Gegnerporträt: Union Berlin gastiert zum Jubiläumsspiel an der Ostsee

2016 05 19 gegner 750

Gastspiel der besonderen Art – Union Berlin gastiert zum Jubiläumsspiel an der Ostsee

Die einstigen Weggefährten aus Berlin und Rostock mussten mehr als vier Jahre auf ein erneutes Duell warten. Da kommt das 50-jährige Vereinsjubiläum der Kogge gerade recht und ist ein passender Moment für ein Wiedersehen. Am 29. April 2012 gastierte der F.C. Hansa zum vorerst letzten Mal „An der Alten Försterei“ und lieferte nicht nur in diesem Spiel ein packendes Duell ab. Nach 32 Minuten stand es bereits 3:3 vor 18.300 Zuschauern. Im zweiten Durchgang nahm der Torreigen nur geringfügig ab und beide Teams spielten munter nach vorne: Hansa legte noch einen Treffer nach, Union jedoch zwei und gewann die Partie am Ende mit 5:4 – Hansas zweiter Abstieg in die 3. Liga war besiegelt.

Schon im Hinspiel geizten die Traditionsclubs nicht mit Toren: Im Ostseestadion verlor die Kogge mit 2:5. Seit 27 Jahren wartet der F.C. Hansa damit auf einen Sieg gegen die Berliner – zum Jubiläum soll es endlich wieder mit einem Erfolg klappen.

Die „Eisernen“ haben sich im Gegensatz zur Kogge in der 2. Liga festgesetzt und kamen vor allem in der Endphase der aktuellen Saison immer besser in Schwung. Mit nur 17 Punkten beendete Union die Hinrunde und näherte sich trotz des vorzeitigen Trainerwechsels der Drittklassigkeit. Sascha Lewandowski übernahm nach dem 5. Spieltag für Norbert Düwel – es dauerte jedoch ein wenig, bis Lewandowski die Jungs in die richtige Bahn lenkte. Doch mit Beginn der Rückrunde trat Union mit einem anderen Gesicht auf und schob sich schnell in der Zweitliga-Tabelle nach oben. Es folgte jedoch ein unerwarteter Schock für alle „Eisernen“: Cheftrainer Lewandowski wurde durch ein Burnout-Syndrom zum Aufhören gezwungen.

Co-Trainer Andre Hofschneider – als Spieler von 1994-1997 bei der Kogge – übernahm und führte die positive Arbeit des 44-jährigen Übungsleiters fort. Dabei konnte Hofschneider vor allem auf einen neuen Mittelfeldmotor setzen, der in Rostock kein Unbekannter ist: Felix Kroos wurde im Wintertransferfenster von Werder Bremen nach Berlin ausgeliehen und wurde ohne Anlaufschwierigkeiten zur festen Größe im Berliner Aufgebot. Der heute 25-jährige Kroos ist der Sohn von Hansa-U21-Trainer Roland Kroos und spielte mit Bruder Toni viele Jahre im Nachwuchsbereich der Kogge. Im Gegensatz zu Weltmeister Toni spielte Felix aber auch für die Rostocker Profimannschaft und sammelte mit Hansa in der zweiten Bundesliga jede Menge Erfahrungen (27 Spiele), bevor es den defensiven Mittelfeldspieler zu in die Bundesliga zu Werder Bremen zog. Dort absolvierte der gebürtige Greifswalder 75 Profipartien – darunter sogar ein Spiel in der UEFA Champions League.

Acht Einsätze in der Werder-Hinrunde 15/16 waren jedoch nicht genug, sodass es für Felix im Winter eine Liga tiefer nach Berlin ging. Im Trikot der Unioner verpasste er nur drei Partien verletzungsbedingt und entwickelte sich mit zwei Treffern und sechs Vorlagen zur unverzichtbaren Größe im Berliner Spiel. Wenn der jüngere der beiden Kroos-Brüder in der Zweitliga-Rückrunde auf dem Platz stand, holte die Hofschneider-Truppe 1,83 Punkte pro Zweitliga-Spiel. Aber es war nicht nur Felix Kroos, der die erfolgreiche Rückrunde der Berliner prägte: In vorderster Front präsentierte sich der US-Amerikaner Bobby Wood als echter Glücksgriff. Auf das Konto des 23-jährigen Angreifers gehen 17 Union-Treffer – Platz drei der Torjäger-Liste. Allerdings blieben die Leistungen von Bobby Wood nicht unbemerkt. Im Sommer wird der Nationalspieler in die Bundesliga zum Hamburger SV wechseln.

Hinter Wood agierte häufig Damir Kreilach, der nach dem Amerikaner der gefährlichste Angreifer im Team ist und zudem noch fünf Treffer vorbereitete. Der 27-jährige Kroate spielt seit 2013 für Union und zählt zu den Führungsspielern im Team und hatte wie die gesamte Mannschaft maßgeblichen Anteil daran, dass die Jungs aus der Hauptstadt einen tollen vierten Rückrundenplatz belegten.

Für Chef- und Interimstrainer Hofschneider ist das Duell gegen den F.C. Hansa Rostock in zweierlei Hinsicht besonders. Zum einen geht es für den 45-Jährigen gegen den Ex-Club, zum anderen wird es die letzte Partie als Cheftrainer der „Eisernen“ sein, denn ab der kommenden Saison übernimmt Jens Keller die Leitung „An der alten Försterei“. Andre Hofschneider geht allerdings nicht mit leeren Händen. Mit 1,83 Punkten pro Spiel ist er der beste Union-Trainer aller Zeiten. Und nicht nur das: Die vergangenen acht Heimspiele konnte Union unter Hofschneiders Leitung gewinnen – diesen Positiv-Lauf konnte zuvor kein anderer Trainer beim 1. FC Union verzeichnen.

Die zurückliegende Zweitliga-Spielzeit wurde jedoch über lange Zeit von einer schrecklichen Meldung überschattet, die den Fußball in den Hintergrund rücken ließ und gleichzeitig bewies, dass Union Berlin ein besonderer Verein ist.
Anfang 2015 wurde bei Benjamin Köhler ein bösartiger Tumor im Lymphsystem festgestellt. Fans und Mitspieler gaben dem 35-Jährigen viel Kraft und auch der Verein zögerte keine Sekunde und verlängerte den Vertrag mit „Benni“ Köhler. Der gebürtige Berliner zeigte im Anschluss, dass er nicht nur auf dem Platz einen großen Siegeswillen besitzt. Er bezwang den Krebs und kämpfte sich zurück auf den Rasen – am 27. Spieltag feierte er sein Zweitliga-Comeback im Trikot von Union Berlin. Respekt!


Gegnerporträt: Union Berlin gastiert zum Jubiläumsspiel an der Ostsee

weiter lesen auf fc-hansa.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.