Dienstag, Juli 3

Rostock vs. Jena: Hansa wieder mit einer Nullnummer

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Rostock vs. Jena: Hansa wieder mit einer Nullnummer


Rostocker spielen 0:0 gegen den FC Carl Zeiss Jena



Rostock vs. Jena: Hansa wieder mit einer Nullnummer



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24. März 2018, 16:15 Uhr

Wieder kein Sieg für den FC Hansa Rostock. Am 31. Spieltag der 3. Fußball-Liga kamen die Ostseestädter gegen Neuling FC Carl Zeiss Jena nicht über ein 0:0 hinaus und blieben zum dritten Mal in Folge ohne eigenen Treffer. „Wir müssen uns zur Zeit alles ganz hart erarbeiten und haben das Glück nicht auf unserer Seite. Ich denke, dass wir mindestens einen Elfmeter bekommen müssen und dann reicht es wahrscheinlich. Jena hatte keine einzige echte Torchance“, sagte Hansas Mittelfeldmotor Stefan Wannenwetsch nach dem Schlusspfiff.

FCH-Coach Pavel Dotchev nahm gegenüber der Nullnummer vom Dienstag in Großaspach fünf Änderungen in der Start-Elf vor. Für Fabian Holthaus, Willi Evseev, Selcuk Alibaz und  Pascal Breier (alle Bank) sowie  Christopher Quiring (Tribüne) liefen Nico Rieble, Bryan Henning, Vladimir Ramkovic, Tim Väyrynen und Lukas Scherff auf.

Letztgenannter sorgte in der dritten Minute für den ersten Aufreger, als er auf der linken Seite frei durchgebrochen war und nach einem Rempler seines Gegenspielers im Strafraum zu Fall kam. Die Rostocker reklamierten auf Elfmeter, doch die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm.

In der Folgezeit entwickelte sich ein zähes Ost-Duell. Rostock wollte zwar das Spiel machen, fand jedoch in der kompakten Abwehr der Gäste kaum Lücken. Jena dagegen wurde offensiv ebenfalls kaum gefährlich. Zwei Abschlüsse durch Julian Günther-Schmidt (30./Schuss, 34./Kopfball) parierte Hansa-Keeper Janis Blaswich ohne größere Probleme.

Auf der Gegenseite gab es vor dem Wechsel ebenfalls drei Halbchancen. Eine Flanke von Rankovic senkte sich gefährlich, flog aber letztlich neben das Tor (37.). Soufian Benyamina agierte zu zögerlich im Absschluss (40.) und ließ wenig später einen Ball über den Kopf rutschen (45./daneben). Insgesamt war das 0:0 zur Pause gerecht, wie letztlich auch am Ende der 90 Minuten. „Mit der Leistung können wir leben. Das Ergebnis ist natürlich nicht das Gelbe vom Ei. Wir können jetzt nichts mehr ändern, höchstens gut regenerieren und weiter arbeiten, um es nächste Woche besser zu machen“, sagte Wannenwetsch.

Der Mittelfeldmann hatte in der Nachspielzeit die einzige echte Tormöglichkeit und hätte beinahe zum Sieg getroffen. Nach einer Ecke von Alibaz und einer Kopfball-Verlängerung von Benyamina fand der 26-Jährige mit einem Schuss aus sieben Metern seinen Meister im Jenaer Keeper Jo Coppens. Allerdings verfolgte der Abschluss aus recht spitzem Winkel (90.+2). „Es ist natürlich sehr ärgerlich. Ich hätte ihn schon gerne reingemacht“, so Wannenwetsch.

Zuvor gab er erneut ein paar Halbchancen für die von rund 14 000 Anhängern – knapp 1000 Fans aus Jena waren angereist – angefeuerten Rostockern. Alibaz (47., 48) und Väyrynen (73.) kamen einem Treffer am nächsten. „So eine tolle Unterstützung puscht natürlich ungemein und dann haben wir sogar am Ende sogar noch die Chance. Doch leider ist der Ball nicht reingegangen“, sagt „Wannen“.

Urteil der Trainer

Pavel Dotchev (Hansa Rostock): Es war ein sehr schweres Spiel für uns. Wir wussten über die Qualitäten der Jenaer, die sehr kompakt auftreten, gut organisiert und taktisch gut eingestellt sind. Sie haben dynamische und stabile Leute in ihren Reihen. Wir haben gegen einen gut arbeitenden Gegner alles versucht und alles mobilisiert. Wir üben derzeit über die Außen zu wenig Druck aus, spielen zu aufwendig Fußball. Momentan haben wir nicht die Möglichkeiten, viel zu zelebrieren und fußballerische Lösungen zu finden. Meine Jungs sind teilweise noch zu grün. Ansonsten habe ich aus meiner Sicht zwei Elfmeter für uns gesehen.

Mark Zimmermann (Carl Zeiss Jena):  Ich habe mir schon vorher einen Eindruck über die Atmosphäre machen können. Und die war auch heute im Ostseestadion wieder sehr gut. Leider hat die Offensive bei uns sehr selten stattgefunden. Ich hätte mir gewünscht, dass wir offensiv mutiger auftreten. Defensiv haben wir wenig zugelassen. Bei einem guten Gegner war es sehr wichtig für uns, die Null zu halten und einen Punkt mitzunehmen.

Die Spieler in der Einzelkritik

  • Janis Blaswich: Bekommt recht wenig zu tun. Hält sicher und bringt einen langen Abschlag an den eigenen Mann (85.). Sollte dennoch weiter an den Abstößen arbeiten. 3
  • Joshua Nadeau: Kommt in der ersten Halbzeit überhaupt nicht mit seinem Gegenspieler und trifft zu oft die falschen Entscheidungen. Gelbe Karte nach überhitztem Einsteigen (27.) – gelb-rot gefährdet. 4-
  • Oliver Hüsing: Hat die Abwehrreihe mit Riedel gut im Griff. Spiel zu häufig überhastet den langen Ball nach vorne. Ist bei Standards da, aber kann die Bälle nicht richtig verarbeiten. Drängt den Gegner gut ab (54.). 3+Julian Riedel: Lässt nichts anbrennen in der Defensive. Löst viele gefährliche Situationen mit Auge und gutem Stellungsspiel. Wählt zumeist die sichere Variante ins Seiten-Aus. 3+
  • Nico Rieble: Sorgt auf der linken Seite mit schnellen Ballwechseln auch immer wieder für Offensivakzente. Zusammenspiel mit Scherff ist noch ausbaufähig. Fügt sich aber gut in die Abwehrreihe ein. 3
  • Stefan Wannenwetsch: Bügelt in der Defensive immer wieder Fehlpässe und Abspielfehler aus. Muss sich noch mehr nach vorne orientieren und mehr Regie im Mittelfeld übernehmen. Wirkt erschöpft. 3-Bryan Henning: Erobert gut und bissig die Bälle im Mittelfeld, findet dann aber meist nicht die richtige offensive Lösung. Sieht oft den freien Raum und versucht so Alternativen zu schaffen. 3-
  • Vladimir Rankovic: Sorgt auf rechts für viel Tempo, wird offensiv jedoch zu wenig in Szene gesetzt. Wenn er aber mal anläuft, kommen auch gefährliche Flanken dabei heraus. Spiel mit Alibaz sehr gut. 3
  • Lukas Scherff: Nimmt die robuste Spielweise der Jenaer direkt an. Und sorgt bei der Hintermannschaft mit seiner schnellen und technisch guten Spielweise für Probleme. Belebt Rostocker Spiel. 3Tim Väyrynen: Beschäftigt die Gegenspieler gut. Schickt Benyamina, der im Abseits steht (12.). Gute Seitenverlagerung auf Rankovic (37.). Sieht in einigen Situationen unbeholfen aus. 4
  • Soufian Benyamina: Kann die Bälle nicht richtig festmachen und sie an den Mitspieler bringen. Verzettelt sich oft selbst gegen mehrere Gegner. Spielt zu umständlich im gegnerischen Strafraum. 4
  • Selcuk Alibaz: Wirkt anfangs noch belebend für das Offensivspiel – Torschuss (47.). 3-  
  • Pascal Breier, Willi Evseev

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