Spielbericht: Hansa schlägt Halle 3:1 beim Drittliga-Finale – Tabellenplatz zehn für die Kogge

2016 05 14 halle 750

Hansa schlägt Halle 3:1 beim Drittliga-Finale – Tabellenplatz zehn für die Kogge

3330 aufreibende Drittliga-Minuten lagen vor dem 38. Spieltag hinter unserer Kogge – am Sonnabendnachmittag sollten 90 weitere Minuten hinzukommen, in denen sich der FCH gegen den Halleschen FC mit einem Dreier aus der Saison 2015/16 verabschieden wollte. Am vergangenen Heimspieltag machte die Brand-Truppe den Klassenerhalt perfekt (3:1 gegen Rot-Weiß Erfurt), wollte deshalb aber keineswegs nachlassen und besonders nach der Niederlage beim 1. FSV Mainz 05 II (0:4) noch einmal alle Tugenden abrufen, die das Team besonders in der Rückrunde so erfolgreich gemacht haben.

Im Vorfeld der Partie verabschiedete sich der FCH zusammen mit 19.400 Zuschauern von sechs Spielern, bei denen sich die Kogge für ihren Einsatz und ihre Leidenschaft ausdrücklich bedanken möchte. Neben Kai Schwertfeger, Markus Gröger, Christer Youssef, Eric Birkholz und Maik Lukowicz wird auch Eigengewächs Johannes „Pommes“ Brinkies den F.C. Hansa am Saisonende verlassen – zwölf Jahre Hansa Rostock, in denen „Pommes“ zu einem wichtigen Bestandteil des Vereins geworden ist.

Allerdings konnte vor einer großartigen Kulisse auch eine positive Meldung verkündet werden: Leistungsträger Maximilian Ahlschwede verlängerte seinen Vertrag an der Ostsee und wird auch in der kommenden Spielzeit mit der Kogge auf der Brust auflaufen.

„Ahli“ war auch bei der Hinspielniederlage (0:2) in Halle dabei – das Rückspiel sollte jedoch nach Möglichkeit an die Rostocker gehen, die erneut von Marcel Ziemer auf das Feld geführt wurden, da Kapitän Tobias Jänicke weiterhin verletzungsbedingt passen musste. Zudem konnte Hansa-Coach Brand wieder auf Dennis Erdmann, Ronny Garbuschewski und Christian Dorda bauen, die bei der Partie in Mainz fehlten. Auch der HFC nahm einige personelle Veränderungen im Gegensatz zum 3:1-Heimsieg gegen Aalen vor: Neu-Trainer Rico Schmitt brachte Lindenhahn, Königshofer, Diring und Kruse in die erste Elf. Unter Schmitt zeigte sich der HFC zuletzt formstark und verlor nur ein Spiel – diese Niederlage kassierten die Rot-Weißen allerdings auswärts. Von 30 Spielen im Ostseestadion konnte der Hallesche FC nur drei Spiele gewinnen, diese Bilanz wollte die Schmitt-Elf am 38. Spieltag aufbessern, doch Hansa verlor zuletzt Ende Februar ein Heimspiel und ging dementsprechend motiviert in die Partie.

Allerdings zeigte auch Halle, dass die Mannschaft in den zurückliegenden Spielen eine Menge Selbstbewusstsein tanken konnte. Bereits in der zweiten Spielminute kam Halle das erste Mal gefährlich vor das Hansa-Tor: Der verunglückte Abschluss von Toni Lindenhahn landete plötzlich bei Selim Aydemir, der völlig frei vor Schuhen auftauchte und unserer Nummer eins keine Chance ließ – die Führung für den HFC. Unglücklicher Start für die Brand-Elf, die jedoch schnellstmöglich ausgleichen wollte. Michael Gardawski probierte es mir einem Flankenball, der sich gefährlich senkte und nur knapp den Gäste-Kasten verfehlte. Doch wenige Sekunden später bejubelten die Rostocker Anhänger einen fehlerfreien Hansa-Konter: Einen langen Ball leitete Ziemer per Kopf zu Sturmkollege Platje weiter, der mit einem tollen Querpass Stephan Andirst in Szene setzte. Der Schweizer blieb eiskalt, nahm den Ball direkt und traf zum 1:1. Damit führt Stephan Andrist die interne Torschützenliste nun mit sieben Treffern an. Wie schon gegen Erfurt eine muntere Anfangsphase im Ostseestadion.

In der 10. Spielminute setzten die Gäste wieder einen Nadelstich und kam zu einer guten Gelegenheit durch Sascha Peffer, aber Schuhen war auf dem Posten. Es ging hin und her zwischen den beiden Traditionsclubs – beide Mannschaften suchten ihr Glück in der Offensive und warteten keinesfalls ab. Dann der erneute Jubelschrei der Rostocker: Michael Gardawski drängte über die linke Seite ins Zentrum und versenkte den Ball sehenswert im langen Eck – doch Schiedsrichter Steffen Mix zögerte keinen Augenblick und pfiff den Treffer zurück. Marcel Ziemer stand beim Gardawski-Abschluss im passiven Abseits und behinderte damit Halle-Keeper Königshofer. Nach knapp 20 Minuten war dann wieder Halle an der Reihe und kam über Dorian Diring zur dritten Offensiv-Aktion.

Hansa versuchte mehr Spielkontrolle zu erlangen, um den HFC besser in den Griff zu bekommen, doch die Gäste versuchten es häufig über Topscorer Osayamen Osawe (zehn Tore, neun Vorlagen), der als alleinige Sturmspitze agierte und immer wieder mit viel Dynamik für Gefahr sorgte. Aber eine Viertelstunde vor der Halbzeitpause standen unsere Jungs etwas kompakter, wodurch der HFC zu weniger Torraumszenen kam.

Hansa hielt den Ball nun häufig in den eigenen Reihen, versuchte aber immer wieder mit schnellen Kombinationen das Mittelfeld zu überbrücken. Vier Minuten vor der Pause zeigten die Rostocker mal einen Angriff über die rechte Seite: Kapitän Ziemer steckte den Ball hinter die HFC-Abwehr, wo Andrist den Pass erlief und blitzschnell die Seite verlagerte, doch Christian Dorda konnte nicht genug Durck hinter den Abschluss bringen. Auch der HFC kam noch zu einer guten Gelegenheit vor der Halbzeitansprache. Wieder war es Aydemir, der vor „Schuh“ auftauchte, diesmal hieß der Sieger nach einer tollen Fußparade jedoch Marcel Schuhen und hielt den 1:1-Pausenstand fest.

Ohne Personalwechsel ging es in den zweiten Spielabschnitt, in dem es wieder das Gästeteam war, das die erste Torannäherung verbuchen konnte. Aber Hansa-Keeper Schuhen holte einen Pfeffer-Freistoß sicher aus der Luft. Die Kogge benötigte für die erste Torannäherung des zweiten Durchgangs ein wenig mehr Zeit – Dorda prüfte Lukas Königshofer ebenfalls mit einem Freistoß. Die darauffolgende Ecke wurde dann schon konkreter: Ronny Garbuschewski brachte den Ball scharf an den ersten Pfosten, wo mit Platje und Hoffmann gleich zwei Hansa-Akteure lauerten – letztlich war es Marcus Hoffmann, der den Ball entscheidend über die Linie drückte und die Rostocker Führung bescherte. Hansa übernahm nun zum ersten Mal die Führungsposition im Spiel, musste aber dennoch auf die gefährlichen Gäste-Angriffe aufpassen. Osawe verpasste in der 60. Minute eine Hereingabe von Selim Aydemir.’

Mit der Führung im Rücken wollte Hansa nun mehr Ballbesitz erzielen – mit Tommy Grupe kam ein defensiver Mittelfeldspieler für Stephan Andrist in die Partie, der für mehr Stabilität im Zentrum sorgen sollte. Und die Offensivabteilung sollte mit dem schnellen Umschaltspiel die Vorentscheidung erzwingen und somit Halle in der Tabelle überholen. Michael Gardawski und Melvin Platje näherten sich mit guten Einzelaktionen dem dritten Rostocker Treffer. Die Bemühungen des HFC hatten unsere Jungs nun immer besser unter Kontrolle. Vor allem Osawe und Aydemir kamen nicht mehr zum Zug, da der Hansa-Defensivverbund kompakt und resolut arbeitete.

Acht Minuten vor dem Ende hatte die Kogge dann die große Gelegenheit zum 3:1: Der eingewechselte Wannenwetsch und Platje liefen im Zwei-gegen-Eins auf das Gäste-Tor zu. Wannenwetsch versuchte den HFC-Schlussmann zu umkurven und kam zu Fall – doch Schiedsrichter Mix entschied auf „Schwalbe“, gab dafür aber keine Gelbe Karte. Hansa drückte noch einmal und wollte den dritten Treffer – und das Team belohnte sich! In der 90. Spielminute hatte Marcel Ziemer das Auge für den gerade zuvor eingewechselten Hasan Ülker. Der Deutsch-Türke war auf und davon und musste den mitgelaufenen Ahlschwede gar nicht mehr bedienen und traf selbstbewusst zum 3:1-Endstand.

Durch diesen Erfolg schließt die Kogge die Drittliga-Saison auf dem 10. Tabellenplatz ab und konnte am Ende vor einer grandiosen Kulisse feiern.

F.C. Hansa Rostock – Hallescher FC 3:1 (1:1)

Torfolge: 1:0 Aydemir (2.), 1:1 Andrist (8.), 2:1 Hoffmann (56.), 3:1 Ülker (90.)

F.C. Hansa Rostock: Schuhen – Ahlschwede, Henn, Hoffmann, Dorda – Gardawski, Erdmann, Garbuschewski (81. Wannenwetsch), Andrist (69. Grupe) – Platje (84. Ülker), Ziemer

Hallescher FC: Königshofer – Baude (62. Müller), Kleineheismann, Engelhardt, Brügmann – Pfeffer, Lindenhahn, Diring, Kruse (62. Furuholm), Aydemir (80. Ziegenbein) – Osawe


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