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Streit mit DFL: Trägt Holstein Kiel künftig Spiele im Ostseestadion aus?

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Streit mit DFL: Trägt Holstein Kiel künftig Spiele im Ostseestadion aus?


Für die Bundesliga ist das Stadion von Holstein Kiel zu klein. Wo kann der Verein im Falle des Aufstiegs auflaufen? Im Hansa-Stadion?



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09. Mai 2018, 15:32 Uhr

Holstein Kiel darf in der Ersten Liga nicht im heimischen Stadion spielen. Eine entsprechende Sondergenehmigung der Kieler lehnte die DFL ab. Mit rund 10.000 Plätzen sei das Holstein-Stadion laut DFL für die Bundesliga zu klein. Der Zweitligist, der bereits vor dem 34. Spieltag die Aufstiegsrelegation sicher hat, legte bereits Widerspruch ein. 

Die DFL fordert für die höchste deutsche Fußball-Liga ein Mindestfassungsvermögen von 15.000, davon müssen 8000 Sitzplätze vorhanden sein. Die aktuell kleinste Spielstätte aller Bundesliga-Vereine hat zurzeit der SC Freiburg. Das Schwarzwald-Stadion im Breisgau weist eine Kapazität von 24.000 Plätzen auf – 14.000 Sitz- und 10.000 Stehplätze. Das größte Stadion der Bundesliga ist der Signal Iduna Park von Borussia Dortmund mit einer Kapazität von 81.360 Plätzen – 53.023 Sitz- und 28.337 Stehplätze.

Die DFL hat europaweit betrachtet enorm strenge Auflagen, wenn es um die Sicherheit in den Fußball-Stadien geht. Gerade in Sachen Kapazität stellt die Bundesliga eine Ausnahme dar. Zum Vergleich: In den benachbarten Niederlanden spielt der Erstligist Sparta Rotterdam im Van Donge&De Roo Stadion vor maximal 4.400 Zuschauern. Unter anderem darf auch in Spanien und Portugal in Stadien mit weniger als 15.000 Plätzen gespielt werden.

Diese Möglichkeiten hat der Verein

Sollte Holstein Kiel die Aufstiegsrelegationsspiele gegen den SC Freiburg, VfL Wolfsburg oder Hamburger SV tatsächlich erfolgreich gestalten, dürften die Störche ihre Bundesliga-Heimspiele stand jetzt nicht im heimischen Holstein-Stadion austragen. Kiel wäre ein Novum in der Bundesliga. Noch nie musste ein Verein seine Heimspiele über die gesamte Saison auswärts austragen.

Welche Möglichkeiten hat Kiel? Die Kurzantwort: nicht viele. Letztlich müsste der Aufsteiger in ein anderes Stadion, das den Statuten der DFL entspricht, ausweichen. Da zuvor nie eine Mannschaft aus Schleswig-Holstein in der Bundesliga spielte, gibt es im Bundesland keine bundesligatauglichen Stadien. Entsprechend weit weg müsste Kiel seine „Heimpartien“ austragen. 

Rostock und Hamburg im Spiel

Eine Möglichkeit wäre das Ostseestadion in Rostock. Die Hansa spielt dort in der 3. Liga vor maximal 29.000 Zuschauern. 215 Kilometer weit liegen das Holstein-Stadion und Ostseestadion voneinander entfernt. Ob Holstein bereits dort angefragt hat, ist unklar – beide Vereine waren für diese Anfrage nicht zu erreichen. Geographisch näher als das Ostseestadion liegen in Hamburg das Millerntorstadion und das Volksparkstadion. Das Problem: Der HSV lehnte bereits ab, die Fanszenen von St. Pauli und Holstein Kiel dürften sich nach dem Hinspiel der aktuellen Saison nicht wirklich grün sein:

Polizisten haben einen der Vermummten zu Boden gedrückt.

Foto: dpa

Nach Platzsturm: Polizisten haben einen der Vermummten zu Boden gedrückt.

 

Rund 25 Holstein-Chaoten stürmten im September 2017 vor dem Anpfiff den Platz im Holstein-Stadion und entwendeten eine Fahne aus dem St.-Pauli-Block. Zuvor hatten St.-Pauli-Anhänger einen Kieler Fanbus überfallen. Bei dem Überfall wurden mehrere Kieler Anhänger verletzt. Dass nun ausgerechnet Kiel seine Heimspiele im Millerntorstadion austragen soll, gilt daher als sehr unwahrscheinlich – zudem müsste die Torlinien-Technik dort extra für Kiel nachgerüstet werden.

In Sozialen Medien wird bereits seit einiger Zeit über die Möglichkeit Millerntor heiß diskutiert:



 

Tatsächlich arbeitet der Verein bereits seit einiger Zeit an seinen strukturellen Defiziten. Spätestens ab der Saison 2019/20 soll das Holstein-Stadion durch den geplanten Neubau der Osttribüne über 15.000 Plätze verfügen. Doch über die Finanzierung gibt es Streit: „Das Land kann nicht die Hauptlast eines potenziellen Ausbaus tragen“, sagte am Mittwoch der haushalts- und sportpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Rasmus Andresen. „Wir sehen neben der Stadt vor allem die Sponsoren in der Pflicht, da diese am meisten finanziell vom sportlichen Erfolg von Holstein Kiel profitieren.“ Das Stadion gehört der Stadt; die Grünen regieren im Land zusammen mit CDU und FDP.

„Wenn Holstein Kiel nach 2017 erneut auf Landesmittel zurückgreifen will, erwarten wir von der Vereinsspitze, grundsätzlich ihr gesellschaftliches Engagement auszuweiten“, sagte Andresen. Dies bedeute unter anderem, sich dauerhaft im Frauenfußball zu engagieren und das Engagement gegen Rechtsextremismus in der Fankultur auszuweiten. So oder so: Der geplante Ausbau spielt für die kommende (Bundesliga-)Saison keine Rolle.

Relegationsgegner steht am Samstag fest

Wann und vor allem wie die DFL auf den Kieler Widerspruch reagiert, ist noch offen. Zunächst einmal werden sich die Störche am kommenden Samstag genau anschauen, welcher Gegner sie bei den Relegationsspielen am 17. und 21. Mai erwartet. Übrigens: Das Relegations-Rückspiel kann problemlos im Holstein-Stadion stattfinden.

(mit dpa)

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